![]() | Diagnostica glossario |
Prüfung der Reflexe: Die Reflexprüfung erfolgt mit dem Reflexhammer und im Einzelfall auch mit der Hand z.B. bei der Auslösung des Trömner-Reflexes, des Babinski-Zeichens oder eines Fußklonus. Geprüft werden Muskeleigenreflexe, Fremdreflexe, das Auftreten von Kloni und pathologischen Reflexen. Diagnostisch beurteilt werden die Qualität der Reflexantwort sowie Unterschiede im Seitenvergleich. Die Reflexantwort wird dokumentiert als normal auslösbar, gesteigert, kloniform bzw. abgeschwächt oder erloschen.
Muskeleigenreflexe (MER: Muskeleigenreflexe bzw. Muskeldehnungsreflexe sind monosynaptische Dehnungsreflexe, die durch einen kurzen Schlag mit dem Hammer auf die Sehne des Muskels ausgelöst werden und zu einer Zuckung bzw. Kontraktion des betreffenden Muskel führen. Der Muskeleigenreflex wird entsprechend dem Ort der Auslösung auch als Sehnenreflex bezeichnet, obwohl der Rezeptor im Muskel (Dehnungsrezeptoren in den Muskelspindeln) liegt. Der Reflex wird vom sensorischen Schenkel des Reflexbogens (Ia-Faser des Spinalganglions) monosynaptisch auf den motorischen Schenkel (Vorderhornzelle mit Motoneuron zur motorischen Endplatte der synergistischen Muskelfasern) übertragen.
Qualität der MER und Segmenthöhe: Wird eine der Komponenten des Reflexbogens unterbrochen bzw. geschädigt, ist der Reflex nicht mehr auslösbar bzw. im Vergleich zu den übrigen Reflexen abgeschwächt. Der Muskeleigenreflex bezieht 1 bis 2 Rückenmarkssegmente ein und hat daher diagnostische Bedeutung für die Höhenlokalisation einer Läsion des Reflexbogens.
Die Stärke der Reflexantwort wird über absteigende Bahnen (gamma-Fasersystem) und lokale Hemmmechanismen beeinflusst. Einzelne Reflexe können gesteigert sein durch den Wegfall von Hemmmechanismen, die über absteigende Bahnen reguliert werden.
Klonus: Löst die einmalige Dehnung des Muskels mehrfache Kontraktionen oder Zuckungen dieses Muskels aus, so bezeichnet man dies als erschöpflichen oder unerschöpflichen Klonus. Ein unerschöpflicher Klonus weist auf eine zentrale Störung hin. Ist ein Klonus bei entspannter Muskulatur rasch erschöpflich, so ist dies nur ein Hinweis auf eine allgemeine Übererregbarkeit.
Fremdreflexe: Bei den Fremdreflexen sind Rezeptor und Effektor in verschiedenen Organen lokalisiert. Sie werden durch Reize der Haut oder anderer Organe (Muskel, Periost, Gelenke) ausgelöst. Fremdreflexe sind polysynaptische Reflexe, die über mehrere Interneurone und Rückenmarksegmente verschaltet sind.
Eine Abschwächung bzw. der Ausfall einzelner Fremdreflexe weist auf eine Schädigung innerhalb des Reflexweges oder von absteigenden Bahnen hin.
Pathologische Reflexe: Pathologische Reflexe sind Fremdreflexe mit reflektorischen Antworten, die bei Gesunden nicht vorkommen. Das Babinski-Zeichen ist eine pathologische Abweichung (Reflexumkehr) des Fußsohlenreflexes. Es wird nur beobachtet, wenn die Pyramidenbahn noch nicht voll entwickelt (in den ersten Lebensmonaten) oder geschädigt ist. Beim Bestreichen des lateralen Fußsohlenrandes erfolgt eine tonische Dorsalflexion der Großzehe verbunden mit einer fächerartigen Spreizung der übrigen Zehen.
Informazione successiva:
© Copyright CompuGroupMedical AG, GB telemed 2012, www.inmedea.com